Herbst 2017

DIE WEBERISCHEN


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


„Ich küsse Ihnen das Gesicht,

 

nasen, mund, hals und arsch,

 

wenn er sauber ist“


Fünf Frauen und ein Genie. Bei ihm handelt es sich um Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Die Frauen sind Cäcilia Weber und ihre vier Töchter: Aloisia, der er als noch unbekannter Musiker Gesangsstunden gab und in die er sich verliebte. Konstanze, die seine Ehefrau und Mutter seiner Söhne wird. Josefa ist die umjubelte „Königin der Nacht“ und Sofie, die Jüngste, verehrte ihn vom ersten Augenblick an. Mozart war 22, als er den Weberischen Weibern in Mannheim „ins Netz ging“, wie sein Vater Leopold es ausdrückte. Von da an waren sie immer in seiner Nähe, haben den „Zwerg aus Salzburg“ verlacht, bewundert, seine Kompositionen gesungen, ihn geliebt und gehasst.

Mozart ist nie zu sehen, sein bewegtes Leben und sein tragisches Ende spiegeln sich im Schicksal der fünf Frauen. Was für eine bös-komische Weiberwirtschaft! Da kämpfen die Schwestern um die Gunst und die besten Arien ihres Wolferl, da werden Perücken zerrauft und es knallen die Ohrfeigen. Da werden Koloraturen geschmettert und unterm Reifrock versteckt sich manch unmoralischer Ausrutscher.

Und über allem thront die Weberische Mutter, die gnadenlos auf den finanziellen Vorteil schaut und auch schon einmal eine ihrer Töchter verschachert. Cilly Weber muss nach dem frühen Tod ihres Mannes sich und ihre vier ledigen Töchter durchbringen, da darf man bei der Wahl der Mittel nicht zimperlich sein. Als Rahmenhandlung fungiert eine Benefizvorstellung zugunsten der verarmten Witwe Mozarts, die der Theaterdirektor Emanuel Schikaneder veranstaltet. Und er ist es auch, der die Rolle der Mutter aller Mütter, der Cilly Weber spielt…

Der österreichische Erfolgsautor Felix Mitterer schrieb diese bitterböse Komödie als Auftragswerk für das Mozartjahr 2006. Hochkomisch, aber auch berührend zeichnet er die fünf Frauenfiguren. Natürlich darf auch Livemusik nicht fehlen – nicht nur von Mozart.